mercredi, 04. mars 2020

Plaste – Segen oder Fluch

Hofmanns Lokallounge //Gasthaus "Zur Wilhelmsburg" // Schmalkalden


Eine Diskussion voller Fakten und Gegensätze zu Kunststoffen und deren Recycling.

Die Stadt Schmalkalden und ihr Bürgermeister Thomas Kaminski, der Stadtschreiber Hannes Hofmann und Prof. Dr. Norbert Krah, Präsident der FBF – Forschungs- & Bildungs-Fördergesellschaft e.V., luden zur "Lokallounge" ein.

Das Thema „Plaste – Segen oder Fluch“ versprach eine spannende Diskussion, welches etwa 70 Zuhörer in den Saal des wiedereröffneten Gasthauses "Zur Wilhelmsburg" lockte.

Der Einladung zu dieser Gesprächsrunde folgten:

  • Katrin Göring-Eckardt // MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN,
  • Gerald Ullrich // MdB, stellv. Landesvorsitzender der FDP Thüringen // Unternehmer,
  • Prof. Dr. Stefan Roth // Vertreter der Fakultät Maschinenbau der Hochschule Schmalkalden,
  • Rüdiger Löhl // Geschäftsführer der E-proPLAST GmbH

Das Ziel dieser Veranstaltung war es, einem derzeitigen Trend entgegenzuwirken und nun endlich eine faktenbasierte Diskussion zum Thema Verpackungen zu führen. Viele öffentliche Stimmen sprechen sich noch immer gegen Kunststoffe und für vermeintlich ökologischere Alternativen in der Verpackungswelt aus.

"Aber der 37. Baumwollbeutel ist auch nicht ökologisch", merkte Katrin Göring-Eckhard an, bevor Sie auf die regulierenden Pflichten der Politik einging und Glas als ein gutes Packmittel hervorhob. Dem setzte Gerald Ullrich entgegen, dass die Glasflasche "die größte Sünde" für die Umwelt ist und eine 1,5-Liter-PET-Flasche eine deutlich bessere Energie-Bilanz aufweist. Außerdem, mahnte er, sollen Themen der Wiederverwertung nicht über Verbote, sondern über Ingenieurtechnik angegangen werden.

Beipflichtend wies Rüdiger Löhl darauf hin: "Deutschland hat weltweit das beste Sammel- und Recyclingsystem" und 90% des Eintrages von Plastikmüll in den Weltmeeren kommt aus insgesamt zehn Flüssen, wobei sich 8 in Asien und zwei in Afrika befinden. Es wäre eher angeraten das „deutsche“ Sammel- und Verwertungssystem als Vorbild in der Welt zu etablieren und aufzuhören Kunststoffe immer nur schlecht zu reden. Den Verbesserungsbedarf sehe man hier natürlich auch, aber es ist wichtig die Verpackungen nach deren Effizienz, Energiebedarf, Ökobilanz und der entsprechenden Recyclebarkeit zu beurteilen. Hierbei haben beispielsweise PET-Flaschen die Nase vorn. Alle Verpackungs-Ersatzstoffe wie Glas, Papier, Pappe, Metall und Alu benötigen für die Produktion teilweise einen deutlich höheren Energieaufwand und weisen eine schlechtere Ökobilanz im Vergleich zu Kunststoffen auf.